Heizen mit der Wärmepumpe – besser gehts kaum – Teil 1

In den letzten Jahren wurde selten so kontrovers und auch falsch über ein Thema berichtet wie über die Wärmepumpe. Nach dem Aus der Ampel-Regierung Ende 2024 mussten wir unsere Pläne neu überdenken. Bevor ich auf die Details unserer neuen Panasonic Luft/Wasser Wärmepumpe eingehe, möchte ich hier die wichtigsten Zahlen präsentieren.

Nun aber der Reihe nach:

  • Anfang des Jahres 2024 hatten wir unsere Warmwasserversorgung im Haus mit einer sogenannten Brauchwasserwärmepumpe elektrifiziert und wollten unsere Gasheizung mit 100% Biogas von EWS Schönau noch ein paar Jahre weiter betreiben
  • Uns war schnell klar, dass die geltenden Förderregelungen des Gebäudeenergiegesetztes in Frage gestellt würden, so dass unser Vorhaben auf eine Heizungswärmepumpe umzustellen wahrscheinlich teurer werden würde
  • Ebenso wollten wir ein Zeichen für die Wärmepumpe setzen und haben uns Anfang 2025 entschieden unsere Gasheizung durch eine hocheffiziente (SCOP > 5) Wärmepumpenheizung zu ersetzen

Die Wärmepumpe

Wir haben uns für die Splitwärmepumpe Panasonic Aquarea LT Generation K mit 5kW thermischer Leistung und sogenanntem Hydromodul entschieden. Hydromodul bedeutet hier, dass als Innengerät kein klassisches Klima-Innengerät mit Luft als Wärmeträger genutzt wird, sondern Wasser für die Heizung erwärmt wird. Diese Wärmepumpe wird mit dem Kältemittel R32 betrieben. Eine Wärmepumpe mit R290 Kältemittel ist bei uns aufgrund der beengten Verhältnisse im Außenbereich nicht möglich gewesen. Für diese Wärmepumpe beträgt laut Panasonic der SCOP 5,12 (Seasonal Coefficient of Performance) bei einer Vorlauftemperatur von 35°C (Fußbodenheizung). Dieser Wert wird aber unter Laborbedingungen berechnet und spiegelt nicht die reale Situation vor Ort wider. Im Gegensatz hierzu gibt Jahresarbeitszahl (JAZ) die Effizienz einer Wärmepumpe anhand der erzeugten Wärmemenge und der dafür benötigten elektrischen Energie an. Am Ende des Winters 2025/2026 werde ich eine entsprechende Jahresarbeitszahl für unsere Wärmepumpe ermitteln können.

Nachdem wir uns für eine Panasonic Wärmepumpe entschieden haben, mussten wir uns auf die Suche nach einem Installateur machen und haben die Firma Egly Klima- & Wärmetechnik GmbH aus Rüsselsheim gefunden. Da die Firma Egly auch Wärmepumpen der Firma Lambda aus Österreich installiert, habe ich im Frühjahr 2025 auch ein Angebot für das Haus meiner Eltern erstellen lassen. Mehr dazu aber in einem späteren Artikel.

Noch kurz ein Wort zu den Kosten. Insgesamt haben wir für die Firma Egly, den Elektriker und die Kosten der Leistungserhöhung des Netzanschlusses an den Netzbetreiber Syna knapp unter 24.000€ bezahlt. Nach Abzug unserer 30% Basisförderung also etwas weniger als 17.000€.

Effizienz – kann das sein?

Unter Primärenergie ist das genutzte Erdgas oder der elektrische Strom aus erneuerbaren Energien zu verstehen. Mit der Annahme unser Heizverhalten hat sich in 2024 und 2025 nicht geändert und die Monate in 2024 und 2025 waren gleich „kalt“, kann der Quotient aus dem Erdgasverbrauch in 2024 und dem Stromverbrauch aus 2025 auch als Wirkungsgrad der Wärmepumpe angesehen werden:

  • September: 66,9kWh/27kWh=2,47
  • Oktober: 580,4kWh/114kWh=5,09
  • November: 1.256,6kWh/295kWh=4,26

In unserem konkreten Fall ist also unsere Wärmepumpe im Oktober 2025 509% effizienter als der Gasbrenner in 2024. Für November 2025 bedeutet dies zudem ein Wirkungsgrad von 426%. Der September ist oft noch warm und sonnig, so dass hier wenig geheizt werden muss. Der relativ geringe Wert von 247% ist der ersten Einstellung der Wärmepumpe auf unsere Fußbodenheizung geschuldet.

Der kritische Leser mag jetzt fragen:

  • War vielleicht die Wohnung viel kälter?
  • Oder waren die Monate in 2025 deutlich wärmer und man musste nicht so viel heizen?

Raumtemperaturen – muss ich mit einer Wärmepumpe frieren?

Um diese Fragen zu klären gehe ich im 1. Teil dieses Artikels auf die Frage ein, ob die Wohnung vielleicht in 2025 kälter war als in 2024. Diese Frage kann recht einfach durch unsere permanente Messungen der Raumtemperaturen beantwortet werden. In den folgenden zwei Diagrammen ist die tägliche Durchschnittstemperatur unseres Wohnzimmers für die Monate Oktober bzw. November in den Jahren 2024 und 2025 abgebildet:

Zu Beginn des Monats Oktober ist zu erkennen, dass die Raumtemperatur im Oktober 2025 ca. 1°C höher ist als im Jahr 2024. Im 2. Drittel des Oktobers fällt zuerst die Temperatur im Jahr 2025 und dann im Jahr 2024 knapp unter 20°C. Hier kann man unseren Herbsturlaub der beiden Jahre klar erkennen. Im letzten Drittel steigt die Differenz zwischen 2025 und 2024 sogar über die 1°C und liegt im Mittel bei ca. 1.4°C. Die genauen Durchschnittswerte des Monats Oktober sind für 2024 21,2°C und für 2025 21,9°C.

Für November ergibt sich noch ein deutlicheres Bild. An vielen Tagen liegt die Raumtemperatur in 2025 um über 1,5°C höher als im Vorjahr. Dies zeigt wir haben unser Heizverhalten wohl geändert, denn wir brauchen nun nicht unbedingt jede Kilowattstunde Erdgas zu sparen! Denn wie bereits in vorherigen Artikeln geschrieben, haben wir zu erst die wichtigsten Dinge an der Außenhülle unseres Hauses modernisiert (Fenster und Türen) und haben uns dann die Heizanlage vorgenommen. Die wärmeren Raumtemperaturen müssen daher von der Heizung erbracht worden sein. Dies kann man anhand der erzeugte Wärmemenge aufzeigen.

Anhand des Gas- oder Stromverbrauchs kann man nur bedingt die Wärmemenge abschätzen die benötigt wurde, um unsere Räume auf die entsprechenden Temperaturen zu heizen. Bei einer Gasheizung ist dies relative einfach möglich. Wenn der Brennwertkessel optimal eingestellt ist und eine Verbrennungstemperatur von deutlich unter 50°C erreicht wird, kann man einen Wirkungsgrad zwischen 102% und 108% erreichen. Da wir eine hydraulisch abgeglichene Fußbodenheizung haben und mit Vorlauftemperaturen von 30°C bis 35°C arbeiten, habe ich hier 105% angesetzt. Unsere Panasonic Wärmepumpe führt intern einen Statistikspeicher, der die monatlich erzeugte Wärmemenge speichert und anzeigen kann:

Warum das Ganze überhaupt? Die CO2-Reduktion!

Warum machen wir das Ganze überhaupt. Klare Aussage ist, wir wollen so wenig wie möglich CO2-Emissionen verursachen. Laut Umweltbundesamt beträgt das CO2-Äquivalent pro kWh Erdgas 250g. Da wir 100% Ökostrom von Green Planet Energy beziehen, ist unser Strom ohne CO2-Emissionen zu bewerten. Legt man den normalen deutschen Strommix 2024 Zugrunde muss man mit 363g CO2-Aquivalent pro kWh Stromverbrauch rechnen. Für die Monate September bis November 2025 haben wir im Vergleich zu 2024 folgende CO2-Emissionen eingespart:

  • Erdgas: 66,9kWh+580,4kWh+1.256,6kWh=1.903,9kWh; CO2-Äq=1.903,9kWh*0,250kg/kWh=475,975kg
  • dt. Strommix 2024: 27kWh+114kWh+295kWh=436kWh; CO2-Äq=436kWh*0,363kg/kWh=158,268kg
  • 100% Ökostrom: CO2-Äq=436kWh*0,0/kWh=0kg

Selbst mit dem deutschen Strommix und einer hocheffizienten Wärmepumpe erreicht man eine Reduktion der CO2-Emissionen um etwa 66%.

Eigentlich fällt die Reduktion noch größer aus, da wir unser Heizverhalten in Richtung wärmere Raumtemperaturen verändert haben, sollte man die erzeugte Wärmemenge aus 2025 zurück in benötigtes Erdgas rechnen:

  • Wärmemenge: 192kWh+757kWh+1.545kWh=2.494kWh
  • benötigtes fiktives Erdgas: 2.494kWh/105%=2.375,24kWh
  • Erdgas CO2-Äq=2.375,24kWh*0,250kg/kWh=593,81kg

Und die Kosten?

Zum Schluss noch einen kurzen Überblick was uns das an Energiekosten gespart hat:

  • Erdgas 2024: 19,9075 Eurocent pro kWh (100% Biogas von EWS Schönau) und 14,40€ Grundgebühr pro Monat
  • Strom 2025: 30,5 Eurocent pro kWh und 12,90€ Grundgebühr pro Monat. Die Grundgebühr setze ich hier nur zur Hälfte an, da wir unsere Wärmepumpe am normalen Haushaltsstrom-Anschluss betreiben und die Grundgebühr ja auch schon früher gezahlt haben

Das Ergebnis:

  • Biogas 2024: 1.903,9kWh*0,199075€/kWh+3*14,40€=422,22€
  • fiktives Biogas 2025: 2.375,24kWh*0,199075€/kWh+3*14,40€=516,05€
  • Strom 2025: 436kWh*0,305€/kWh+3*12,90€/2=152,33€
  • Ersparnis: 516,05€-152,33€=363,72€

Knapp gesagt sparen wir ca. 120€ pro Monat.

Fortsetzung folgt

Im 2. Teil werde ich auf die Frage eingehen, ob vielleicht die Monate im Jahr 2025 doch wärmer waren als im Jahr 2024. Schauen Sie im Januar wieder hier vorbei.

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